Vorschau

figurationen 02/2020: Ästhetik der Mathematik/Aesthetics of Mathematics

Gasteditorin: Sonja Hildebrand

Mathematische Ordnung ist schön, Schönheit lässt sich mathematisch beschreiben. So eine These, die schon in der Antike entfaltet wurde: Der Mathematik lässt sich eine ästhetische Dimension beimessen. Die Pythagoräer beschrieben die kosmologische Ordnung als eine numerisch bestimmbare, proportionale und daher schöne Ordnung. Lange war mathematische Schönheit gleichbedeutend mit geometrischer Perfektion. Mit der Algebra-isierung der Geometrie durch Descartes, Newton und Leibniz, Euler und Lagrange änderte sich das. Jetzt sollten sich Abstraktion und Ablösung von der Dingwelt, Aspekte des Unbestimmbaren und Unabschließbaren als anschlussfähig für die ästhetische Begriffsbildung erweisen. Was bedeutete dies für Konzeptionen des kreativen Prozesses in Kunst und Literatur? Wie wirkte sich der Paradigmenwechsel auf Konzeptionen der formalen Ästhetik aus? Und wie machten sich umgekehrt Mathematiker ästhetische Argumente zu Nutze? Die Beiträge dieses Heftes diskutieren diese Fragen aus den Perspektiven der Mathematik-, Literatur-, Philosophie-, Kunst-, Architektur- und Designgeschichte. 
 
Sonja Hildebrand ist Professorin für Neuere Architekturgeschichte an der Università della Svizzera italiana in Mendrisio.

 

figurationen 01/2021: Figurationen

Gasteditor: Thierry Greub